Den eigenen Zahn behalten
Im Inneren jedes Zahns liegt Weichgewebe mit Nerven und Blutgefäßen. Dieses Gewebe kann sich entzünden – durch tiefe Karies, durch Risse im Zahn, durch Spalten zwischen Zahn und Füllung oder nach einem abgebrochenen Stück. Bakterien dringen ein, und der Zahn reagiert.
Früher bedeutete das häufig: Der Zahn muss raus. Heute lässt sich ein solcher Zahn in vielen Fällen erhalten. Und das ist fast immer die bessere Lösung – kein Ersatz kommt an einen eigenen, gut verankerten Zahn heran.
Typische Anzeichen
- pochender oder anhaltender Zahnschmerz, oft nachts stärker
- deutlich verlängerte Reaktion auf Kälte oder Wärme
- Schmerz beim Aufbeißen
- Schwellung am Zahnfleisch oder im Gesicht
- ein Zahn, der sich dunkler verfärbt
Auch das Gegenteil kommt vor: Stirbt der Nerv ab, verschwindet der Schmerz – die Entzündung bleibt trotzdem. Deshalb ist ein Zahn, der plötzlich nicht mehr weh tut, kein Entwarnungssignal.
Wie die Behandlung abläuft
Der Zahn wird örtlich betäubt – Sie spüren während der Behandlung nichts. Wir öffnen ihn, entfernen das entzündete Gewebe aus den Wurzelkanälen und reinigen sie. Anschließend werden die Kanäle desinfiziert, getrocknet und dicht verschlossen, damit keine Bakterien nachwandern können.
Je nach Befund geschieht das in einer oder in mehreren Sitzungen. Danach braucht der Zahn eine stabile Versorgung: Ein wurzelbehandelter Zahn wird spröder, deshalb schützt ihn in vielen Fällen eine Krone – bei uns aus Vollkeramik – vor dem Bruch.
Danach
Ein leichtes Druckgefühl in den ersten Tagen ist normal. Wir kontrollieren den Zahn im Verlauf, um sicherzugehen, dass das Gewebe an der Wurzelspitze ausheilt.
Akute Zahnschmerzen? Rufen Sie an: 040 5226069
Außerhalb der Sprechzeiten: 04192 2014367
Häufige Fragen zur Wurzelbehandlung
Wie viele Termine brauche ich?
Das hängt vom Zahn und vom Befund ab. Manche Behandlungen sind in einer Sitzung abgeschlossen, bei stärker entzündeten Zähnen sind zwei oder mehr Termine üblich. Wir sagen Ihnen nach der Untersuchung, womit zu rechnen ist.
Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?
Die Behandlung findet unter örtlicher Betäubung statt. Die Schmerzen, die Patientinnen und Patienten zu uns führen, gehen meist von der Entzündung selbst aus. Nach der Behandlung kann der Zahn einige Tage druckempfindlich sein.
Was passiert, wenn ich nichts machen lasse?
Eine unbehandelte Entzündung im Wurzelkanal klingt in aller Regel nicht von selbst ab. Sie kann sich auf den Kieferknochen ausdehnen. Häufig bleibt dann nur noch, den Zahn zu entfernen – mit der Frage nach Zahnersatz oder einem Implantat.
Braucht der Zahn danach eine Krone?
Oft ja. Ein wurzelbehandelter Zahn hat meist schon viel Substanz verloren und wird spröder. Eine Überkronung schützt ihn vor dem Bruch. Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.